Grillen im Park

Wie alles begann

„Im Park? Wie kommst du darauf, den Grillabend im Park zu machen?“ Das war die verblüffte Frage, als ich meiner Band eröffnete, dass ich nach Stunden des Übens in einem muffigen Keller, gerne mit meiner ganzen Band inklusive Anhang und Kindern einmal so richtig gemütlich abhängen möchte. Und ehrlich gesagt, war diese Idee auch mehr aus der Not geboren worden als aus tiefster Überzeugung. Denn bei der Vorbereitung für diesen Grillabend wurde bald einmal klar, dass wir gut und gerne gegen 14 Erwachsene und 8 Kinder wären, wenn tatsächlich alle kommen würden...

Die Vorstellung, dass uns in meinem Garten ständig ein Fussball um die Ohren sausen könnte, während wir versuchen würden miteinander tiefsinnige Gespräche zu führen, vermochte in mir keine Begeisterungsstürme zu wecken und so suchte ich nach einer Lösung, die für alle zufrieden stellend war.

Da war doch dieser grossartige Park mit grosszügiger Wiese, Spielplatz und Feuerstelle, ganz nahe bei unserem Haus. Eigentlich der ideale Platz zum Abhängen, ausser dass er nicht so abgeschirmt wie ein Garten war. Je länger ich jedoch an diesem Gedanken hängen blieb, desto stärker formte sich in mir eine Schlüsselfrage: „Was hindert mich denn eigentlich, diese Party im öffentlichen Park abzuhalten?“ Richtig - nichts! Der einzige Grund war, dass ich es gewohnt war, Freunde zu mir nach Hause einzuladen und nicht irgendwie an einen öffentlichen Ort.

Als dieser gedankliche Knoten einmal geplatzt war, ging es plötzlich ganz schnell und wir verteilten die Chargen. Jeder brachte sein eigenes Fleisch oder Vegispiesschen und alles andere wurde auf die ganze Band aufgeteilt. Dieser Abend des 28. Mai 2011 sollte schliesslich für alle zu einem eindrücklichen Erlebnis voller Leben und dichter Atmosphäre werden. Vom ersten Augenblick an als ich mit einem Sack Kohle zur Feuerstelle kam, um das Feuer vorzubereiten, umgab mich eine Schar neugieriger Kinder, welche wissen wollte, was hier denn jetzt abläuft. Irgendwie fühlten sie sich zu uns hingezogen und sie sollten nicht die letzten sein an diesem Abend, welche unsere Nähe suchten. In der Folge kam es zu guten Gesprächen mit wildfremden Menschen im Park, wurden Adressen ausgetauscht, spielten wir Spiele mit unseren eigenen und auch fremden Kindern, schlugen wir uns die Bäuche mit tollen selbstgemachten Desserts voll und verteilten erst noch die Reste an all jene, die vorbeikamen und etwas davon naschen wollten. Es wurde ein fantastischer Abend und wir blieben bis uns schliesslich die Nacht zum Gehen zwang und wir noch im Dunkeln unsere Sachen zusammen suchen mussten.

Obwohl wir immer wieder auch Begegnungen mit anderen Leuten im Park hatten, war dieser Abend auch für die ganze Band ein wichtiger Abend. Wir hatten tiefe Gespräche untereinander, lernten uns besser und von einer ganz anderen Seite kennen, beteten füreinander und das Beste war, dass selbst unsere Kinder voll auf ihre Rechnung kamen. Es war ein schöner Sommerabend, der Friede und die Gegenwart Gottes ruhten irgendwie auf uns. Wir waren mitten in einem Park, der von sommerlichem Leben gefüllt war, bei fremden Menschen und doch hatten wir unseren eigenen Raum, prägten wir die Atmosphäre, so dass Menschen sich angezogen fühlten. Auf jeden Fall kehrten wir alle müde aber erfüllt nach Hause zurück. Noch lange habe ich über diesen Abend und was dort ablief nachgedacht. Es war alles so simpel und doch gefüllt von echtem Leben und dem, was uns bestimmt. Irgendwie hatten wir einfach die Reich Gottes Kultur mit in den Park genommen, es gelebt und ausgestrahlt, ohne dass wir es eigentlich wollten. Um uns entstand irgendwie Kirche – im Park! Das war ein herrliches Gefühl.